Eine schulinterne Fortbildung der besonderen Art: 5-10% der Schulkinder leiden an einer Störung beim Lesen oder Schreiben (LRS), die sich durch eine Verhaltensänderung nicht abstellen lässt. Die Schulpsychologin kann im Verdachtsfall durch eine Testung prüfen, inwieweit schulrechtlich vorgesehene Ausgleichsmaßnahmen möglich sind. Am meisten hilft den Betroffenen aber Verständnis für ihre Situation – von Mitschülern, Lehrkräften und natürlich auch allen anderen in ihrer Umgebung. Gerüchte über die Lese-Rechtschreib-Störung, die sich hartnäckig halten, gibt es genügend…
Heute räumte unsere Schulpsychologin bei einer Lehrerfortbildungsveranstaltung damit auf. Es kamen auch betroffene Schülerinnen und Schüler zu Wort, die von ihrer individuellen Ausprägung der LRS freiwillig berichteten. Allen gemein ist, dass die Wort-Mustererkennung versagt. Je nach individueller Ausprägung der LRS ergeben Worte im Kopf kein Bild und müssen jedes Mal neu mühsam Buchstabe für Buchstabe zu einem Wortteil und dann möglichst sinnstiftend zusammengesetzt werden. Die Sinnerfassung wird dadurch so erschwert, dass Sätze drei- oder viermal neu gelesen werden müssen, bis der Inhalt verstanden wird – ja nach Ausgestaltung des Textes. Manchen gleitet das gesamte Textbild beim Lesen weg, sodass abgebrochen und neu gelesen werden muss. Dazu kommt die berechtigte Angst, vorlesen oder nach dem Lesen Fragen zum Textverständnis beantworten zu müssen.
Gemeinsam haben wir nach Wegen gesucht, die im Unterricht leistbar sind und betroffenen Kindern und Jugendlichen helfen können. Am Ende waren sich alle Beteiligten einig, dass es gut ist, mehr voneinander und übereinander zu wissen und über die Problematik gesprochen zu haben. Wir sind dankbar und Stolz auf die vier Jugendlichen, die sich zu einem Gespräch hierüber zur Verfügung gestellt, Einblicke in ihr Inneres gegeben und uns so alle ein Stück am LuGy weitergebracht haben!